Frozen Shoulder
Warum Steifheit nicht gleich Stillstand bedeutet – dein Schultergelenk kann sich regenerieren.
Michelle Huber
Physiotherapeutin
Das Wichtigste zuerst:
- Tritt am häufigsten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, etwas häufiger bei Frauen
- Meist schleichender Beginn mit zunehmenden Schmerzen und einer fortschreitenden Bewegungseinschränkung im Schultergelenk
- kann primär idiopathisch oder sekundär durch zugrunde liegende systemische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenfehlfunktionen, Parkinson-Erkrankung, Herzerkrankungen oder längere Immobilisation der Schulter auftreten
- Die Erkrankung ist meist selbstlimitierend. Das bedeutet, sie wird über einen gewissen Zeitraum von selbst besser
Frau Meier, 52 Jahre, bemerkt seit einigen Wochen einen zunehmenden Schulterschmerz rechts, der sie nachts beim Liegen auf der Seite wachhält. Mittlerweile fällt ihr auf, dass sie den BH-Verschluss auf dem Rücken kaum noch schließen kann und beim Anziehen der Jacke deutlich eingeschränkt ist. Der Hausarzt hat ein Röntgenbild gemacht – alles unauffällig. Frau Meier ist verunsichert: Kein sichtbarer Befund, aber trotzdem so eingeschränkt?
Das solltest du wissen
Was ist eine Frozen Shoulder? Die Frozen Shoulder (Schultersteife) ist eine schmerzhafte Erkrankung des Schultergelenks, bei der sich die Gelenkkapsel entzündet, verdickt und schrumpft – dadurch wird die Beweglichkeit des Arms zunehmend eingeschränkt. Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt; sie kann ohne erkennbaren Auslöser entstehen oder als Folge einer Verletzung, Operation oder Vorerkrankung (z. B. Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen) auftreten. Der Verlauf zieht sich häufig über mehrere Monate bis Jahre hin, bildet sich aber in den meisten Fällen von selbst wieder zurück. Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Stadium und reicht von gezielter Physiotherapie über Injektionen bis hin – in hartnäckigen Fällen – zu operativen Verfahren; welches Vorgehen am besten wirkt, wird in der Forschung nach wie vor diskutiert.
Einteilung und Symptome
Die Frozen Shoulder lässt sich auf zwei Arten einordnen: nach ihrer Ursache und nach ihrem zeitlichen Verlauf.
Nach der Ursache unterscheidet man in die primäre (idiopathische) und sekundäre Form. Bei der primären, idiopathischen Frozen Shoulder zeigen sich schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der Schulter, ohne dass eine zugrunde liegende Ursache identifizierbar ist. Zu den sekundären Ursachen zählen ein vorausgegangenes Trauma, frühere Schulteroperationen, längere Immobilisation, Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen, Morbus Dupuytren sowie weitere Autoimmunerkrankungen.
Von vielen – nicht von allen – Autorinnen und Autoren wird ein typischer Verlauf der primären Schultersteife in drei Phasen beschrieben, der klassische Ablauf der Phasen ist variabel und insbesondere bei sekundären Formen der Schultersteife häufig nicht
gegeben. Dennoch folgend als grobe Übersicht.
| Dauer | Merkmale | |
|---|---|---|
| 1. Freezing-/ Entzündungsphase | 2–9 Monate | Zunehmende Schmerzen – sowohl bei Bewegung als auch in Ruhe – sowie beginnende Bewegungseinschränkungen. Die Außenrotation zuerst und am deutlichsten. Häufig Nachtschmerzen. |
| 2. Frozen-/ Steifephase | 4–12 Monate | Der Schmerz lässt meist nach, aber die Steifheit der Schulter bleibt bestehen. Typisch: Die aktive und passive Beweglichkeit sind zu gleichem Maße eingeschränkt. |
| 3. Thawing-/ Auftauphase | 12–24 Monate | Weitere Schmerzabnahme sowie allmähliche Verbesserung der Beweglichkeit. Dennoch: Die vollständige Erholung kann mehrere Jahre dauern. |
Diagnostik
Zu Beginn der Erkrankung ist es für medizinisches Fachpersonal häufig schwierig, eine Frozen Shoulder zuverlässig zu erkennen. Eine sorgfältige Anamnese über gezielte Fragen ist daher von großer Bedeutung. Die Diagnose basiert auf dem Vorliegen von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bei gleichzeitig normalem Röntgenbefund des Schultergelenks.Im späteren Phasen können MRT-Aufnahmen eine Verdickung der Gelenkkapsel und umliegender Bänder zeigen. Auch der Ultraschall hat sich als wertvolles diagnostisches Instrument etabliert.
Prognose
Xy: Die primäre Schultersteife wird meist als eine selbst-limitierende Erkrankung angesehen. Das bedeutet, sie wird über einen gewissen Zeitraum von selbst besser. Jedoch kann der Genesungsprozess der Gelenkskapsel hin zu normalem Kollagen und synovialen Bindegewebseigenschaften in manchen Fällen Jahre in Anspruch nehmen. Ein Teil der Betroffenen (ca. 20-30%) behält Restbeschwerden im Sinne einer leicht schmerzhaften, leicht eingeschränkten Schulter.
Xy: Xy
Fazit:
xy
Prävention beginnt dort, wo Reha aufhört oder noch nicht nötig war
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Quellen
https://register.awmf.org/assets/guidelines/187-020l_S2e_Schultersteife_2022-07.pdf
Frozen shoulder: overview of clinical presentation and review of the current evidence base for management strategies Akshay Date & Luthfur Rahman